11. Arbeitstreffen - 12./13. April 2016

Microservice-Architekturen und Continuous Delivery

Björn Kimminich – Kühne + Nagel (AG & Co.) KG:
Der steinige Weg vom Monolithen in Richtung Microservices

Eine über 10 Jahre gewachsene große Webanwendung zu erweitern und zu warten ist keine dankbare Aufgabe. Da klingt eine Zerlegung dieser monolithischen Anwendung in handliche Microservices nach einem vielversprechenden Ausweg. Wenn die besagte Webanwendung bereits in fachliche Komponenten und technische Schichten unterteilt wurde, kann es ja nicht so schwer sein, Teile herauszulösen und in eigenständige Anwendungen zu refaktorisieren. Die Praxis zeigt, dass der Weg dennoch steinig ist.

Stefan Rinderle – PAYBACK GmbH:
Kontinuierliche Architekturanalyse mit SonarQube in 3D

Kurze Releasezyklen erfordern ein hohes Maß an Automatisierung. Dies gilt vor allem auch für die statische Analyse von Quellcode und dem Management der Regeln und Kriterien. SonarQube schließt hier eine entscheidende Lücke durch die Integration in den Continous Delivery Prozess. Die Ergebnisse der Analysen helfen allen Projektbeteiligten die Qualität der gelieferten Software zu überwachen und zu steuern. Damit auch große und komplexe Softwaresysteme einfach und übersichtlich erscheinen, werden auf Basis der Analyse-Ergebnisse verschiedene Visualisierungen eingesetzt. Dadurch können Risiken schnell identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Der praktische Einsatz der Plattform SonarQube wird den Teilnehmern am Beispiel des Open- Source Plugins SoftVis3D näher gebracht.

Peter Boxberg – DEVK Versicherungen:
Standalone Spring Batch und ELK

Der Mainframe bietet sich als eine exzellente Batchplattform seit Jahrzehnten an. Hohe Performance und uns Isolation der einzelnen Batches sind eine Selbstverständlichkeit. Im dezentralen Umfeld ist seit einigen Jahren ein Batchframework (Spring Batch) mit hohem Reifungsgrad im Einsatz, das auch große Datenmengen performant und zuverlässig verarbeiten kann. Über eine http-Schnittstelle können diese Batches durch jeden gängigen Sheduler gestartet werden. Das DEVK-Batch-Framework fußt auf dem Spring Batch Framework und verfolgt eine Microservice-Strategie bei dem ein Batch in genau einer JVM läuft. Dies isoliert die Batches zur Laufzeit und bei der Entwicklung voneinander, so dass diese seiteneffektfrei und unabhängig entwickelt, deployed und betrieben werden können. Zur effizienten Fehleranalyse kommt mittels Konsolidierung der Logdaten der sogenannte ELK-Stack zum Einsatz.

Workshop unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Hasselbring

Wie schätzen Sie den Einsatz von Microservices und Continuous Delivery im eigenen Unternehmenskontext ein?

Mirko Novakovic – codecentric AG:
Performance Monitoring von Microservice Architekturen

Microservice basierte Anwendungen und Systeme haben ein neues, sehr spezielles Laufzeitverhalten gegenüber klassischen Anwendungsarchitekturen. Während ein Microservice basiertes als Ganzes lange und wahrscheinlich sogar resilient lebt, können die Komponenten aus denen es besteht (μSer-vices und Container) nur Minuten leben und schnell wieder verschwinden – oft tauchen Sie dann wieder an anderer Stelle auf und skalieren schnell auf Basis der Anforderungen und existieren in der Regel in unterschiedlichen Versionen und Ausprägungen. Die ist gerade im Betrieb aber auch in der Entwicklung eine große Herausforderung und stellt ganz neue Anforderungen an das Monitoring dieser Systeme. Der Vortrag beschreibt die neuen Herausforderungen für die DevOps Teams und zeigt Lösungsszenarien auf.

Eberhard Wolff – innoQ Deutschland GmbH:
Zukunftsweisende Architekturen: Microservices und Self-contained Systems

Microservices sind der aktuelle Hype in der Software-Architektur-Szene. Sie haben einen breiten Einsatzkontext: Einzelne Entwickler und kleine Teams nutzen sie wegen ihrer Skalierbarkeit und des einfachen Deployment. Große Teams ermöglicht die Unabhängigkeit der Microservices eine parallele Entwicklung mit wenig Overhead. Gerade für große, komplexe Projekte nutzen Self-contained Systems Ideen aus dem Microservice-Kontext, um auch langfristig produktiv Software zu entwickeln. Der Vortrag erläutert Microservices und Self-contained Systems und ihre Vor- und Nachteile.

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Ansprechpartner

Ralf Richard Maleska,
Bild von Ralf Richard Maleska