15. Arbeitstreffen - 21./22. April 2016

Wie führt man einen Schwarm? – oder: Wie bringen sich Teammitglieder von selbst ein?

Theoretische Herangehensweise an das Thema "Cross-funktionale Teams": Schwarmintelligenz

Lisa Zenker und Boris Gloger – borisgloger consulting GmbH:
Impulsvortrag: Cross-funktionales Arbeiten in agilen Teams

Die Intelligenz der Vielen nutzen, das ist die Grundidee, die hinter dem Ansatz von Nonaka Takeuchi in alle seinen Arbeiten zum Wissensmanagement steht. Nonaka schreibt in seinen Arbeiten immer von einem Raum dem "BA" der da sein muss, damit aus dem Austausch der Vielen ein gemeinsames Produkt entsteht. Scrum und alle agile Entwicklungsmethoden nutzen dieses Konzept auf verschiedenste Weisen. Zunächst steht im Vordergrund, dass man Komplexität nicht durch Ausschluss reduzieren kann, sondern die Komplexität nur beherrschen kann, in dem man diese "ins Projekt hinein nimmt". Agile Management-Frameworks wie Scrum haben diesem Umstand u. a. dadurch Rechnung getragen, dass sie mit cross-funktionalen Teams gearbeitet haben. Lisa Zenker, wird zeigen, was ein cross-funktionales Team ist, wie es funktioniert und wie es in der Praxis geführt wird. Im Anschluss daran, werden wir die eigene gelebte Praxis der Teilnehmer in den Prozess einbinden und mit einem World-Cafe-Ansatz zeigen, wie alle Stimmen einen Raum bekommen und wie man cross-funktionale Teams etablieren kann.

World-Café: Diskussion zum Thema Cross-Funktionalität!

Andreas de Pretis – 25th-floor GmbH:
Mob-Programming: Wie hole ich das Beste und nicht das Meiste aus meinem Team?

Agile Methoden und Software Craftsmanship sind im Mainstream seit geraumer Zeit gut verankert. Scrum, Kanban, Sprints, Continuous Delivery und ein agiles Mindset sind akzeptiert, gewünscht und gefordert. Trotzdem stolpern viele Unternehmen nach wie vor über alte Muster und neue Herausforderungen. Es wurden noch immer nicht alle Zäune zwischen einzelnen Kompetenzen und Disziplinen eingerissen, noch immer ist viel Fach- und Domänenwissen bei einzelnen Personen, im Idealfall bei einzelnen Pairs oder Kerngruppen innerhalb eines Teams gebündelt. Kurzfristige wirtschaftliche Betrachtungen dominieren nach wie vor zu oft die qualitativen Aspekte, indirekte Erfolgsfaktoren und nachhaltige Unternehmensentwicklung.
In dieser Session wird, anhand von Praxisbeispielen und persönlichen Erfahrungen des Vortragenden, das Konzept des Mob-Programmings vorgestellt und durchleuchtet. Es werden sowohl die Vorteile als auch die möglichen Probleme, die mit der Einführung von Mob-Programming einhergehen können, besprochen.

Pizza Game: Kanban und Cross-Funktionalität

In dieser Übung werden wir zeigen, möglichst hands-on, wie wichtig es ist "zusammenzuarbeiten". Das Pizza Game ist entwickelt worden, um zu zeigen, wie Teams mit Hilfe eines Boards (Kanban) zeigen können, wo sie gerade in ihrem Arbeitsfluss stehen. Kanban will "Arbeit sichtbar machen" und auf diese Weise zeigen, wo die Engpässe sind. Systeme organisieren sich selbst, wenn es gelingt, dass sich die einzelnen Elemente des Systems aufeinander beziehen können und es zu einer sogenannten Selbst-Referenz kommt.
Das Pizza Game selbst zeigt auch auf, wie der Fluss in einem System verbessert werden kann und wir werden über die Prinzipien der Theory of Constraints sprechen. Im Anschluss an das Spiel werden wir diskutieren, wie mit Hilfe von Kanban cross-funktionale Teams zunächst lernen können zusammenzuarbeiten, um dann in der Folge auf diese Boards verzichten zu können, weil sie möglicherweise mit Hilfe von Mobs arbeiten und die Prinzipen des One-Piepe-Flows nutzen.

Petra Rahlfs – SPIRIT AT WORK und Michael Danz – TimeWaver GmbH:
Navigation in die Zukunft: Bewusste Führung in der Selbstorganisation

Navigation in die Zukunft: Was hat ein Mitarbeiterteam gemeinsam mit einem Fischschwarm oder einem Bienenvolk? Ist das Gemeinsame ein emergentes Phänomen kollektiver Intelligenz, eine Art Gruppen- oder Schwarmintelligenz? Warum bedeutet Emergenz in diesem Sinne ein Aufsteigen, ein "Sichtbar werden" neuer Eigenschaften und Strukturen des Systems? Wie können fachliche, emotionale und soziale Eigenschaften bereits vor ihrem Erscheinen mit neuster Software analysiert, ausgewertet und positiv stimuliert werden? Navigation in die Zukunft: Bewusste Führung in der Selbstorganisation.

Grundproblem "Motivation": Wie bringe ich Menschen, die keine Lust haben, dazu, mitzumachen?

Armin Wildenberg – IKB Deutsche Industriebank AG:
Motivation und Erfahrungen bei der Einführung und Anwendung der agilen Vorgehensweise

Selbstorganisation vs. Komfortzone

Die Entwicklung des Kreditsystems wurde in der IKB in 2012 auf Agile umgestellt. Die Motivation für diese Veränderung durch die Mitarbeiter und die Führungskraft sowie Gründe aus dem Umfeld der IKB AG werden dargestellt und erläutert. Des Weiteren werden die während der Einführung und Umsetzung gemachten Erfahrungen mit der Selbstorganisation im agilen Umfeld – Freude, Enttäuschung, Erfolg – geschildert und die motivierenden Aspekte bei den Mitarbeitern und der Führungskraft aufgezeigt. Abschließend werden die erzielten Ergebnisse vorgestellt und die Erwartungen formuliert.

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Ansprechpartner

Hanna Mehling, Veranstaltungsmanagerin
Bild von Hanna Mehling